Geschichte

Heinrichsglueck um 1910
Abb.I: Schachtanlagen, ca. 1910
Heinrichsglück historisch

Der ursprüngliche Name des Geländes war „Stahlseifen“ (heute „Heinrichsglück“).

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Abb.II: Fördergerüst und Verladeanlagen der Grube "Stahlseifen" um 1920
Heinrichsglück historisch

Die Grube Stahlseifen war eine der fünf Salchendorfer Gruben mit Schachtbetrieb und lag an der Verbindungsstraße zwischen Salchendorf und Wilden.

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AAbb.III: Luftbild des Grubengeländes um 1920
Heinrichsglück historisch

Die Grube Stahlseifen war eine der fünf Salchendorfer Gruben mit Schachtbetrieb und lag an der Verbindungsstraße zwischen Salchendorf und Wilden.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde hier Erz abgebaut. Am 31. März 1827 verlieh das Preußische Oberbergamt das Recht auf den Abbau von Eisenerz.

In den 1830ern wurde mittels zwei Wasserrädern ein Kunstschacht angelegt. Aus diesem Schacht wurden knapp 20.000 t Eisenstein gefördert.

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AbbIV.:
Heinrichsglück historisch

Die markscheiderische Darstellung von 1905 zeigt den Gang- und Stollenplan des Bergwerks bis zur damals erreichten 290m Sohle.

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Abb.V: Belegschaft um 1910
Heinrichsglück historisch

Der Name „Heinrichsglück“ kommt von dem in einem kleinen Seitental des oberen Gutenbachtals liegenden Grubengelände.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaufte Heinrich Petri aus Neunkirchen die Mehrheit und nennt diese Grube „Heinrichsglück“.

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Abb.VI: Grube um 1920 vom „gegenüberliegenden Bähnchen“ aus aufgenommen
Heinrichsglück historisch

1897 kaufte dann der Ruhrkonzern Phoenix beide Gruben Heinrichsglück und Stahlseifen und machte daraus die Gewerkschaft Heinrichsglück.

Eine Drahtseilbahn führte über den Hardtwald von Heinrichsglück zur Grube Stahlseifen.
Reste des Drahtseilkabel sind noch heute auf dem Gelände zu finden.

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Abb.VII: Aufbereitungsanlagen Stahlseifen (heute Heinrichglück) ca. 20iger Jahre
Heinrichsglück historisch

1907/08 erhielt die Grube Anschluss an die neu errichtete Talbahn der Freien Grunder Eisenbahn.

Vor dem Ersten Weltkrieg wurde auf der 310-m-Sohle ein 1400m langer Gang in Richtung Heinrichsglücker Grubenfeld angelegt.

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Abb.VIII:Grubenbelegschaft Anfang der 20iger Jahre
Heinrichsglück historisch

Nachdem der Grubenbetrieb der Grube Heinrichsglück im Gutenbachtal schon um 1900 eingestellt wurde lief die Förderung auf Stahlseifen weiter.

Seit diesem Zeitpunkt wird das Grubengelände umgangssprachlich als „Heinrichsglück“ bezeichnet.

1934 lag die Förderung bei 80.000t Rohspat. 283 Belegschaftsmitglieder, darunter neun Angestellte (gesamt 85 über Tage), arbeiteten zum Schluss hier.
Die Röstung des Erzes fand bei den Tagesanlagen in zehn Röstöfen statt.

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Abb.IX: Grubengelände um 1920
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Das abgebaute Gangmittel Stahlseifen erreichte Mächtigkeiten von 5-11 m und bestand aus Spateisenstein, Pyrit und Bleierz sowie Baryt und Ullmannit.

Weitere Grubenfelder wie Stahlseifer Hoffnung sowie Stahlseifen I – IX dienten der Arrondierung des Grubenbesitzes.

Der Hauptschacht erreichte eine Tiefe von 600 m. Heute ist der Schacht mit Wasser gefüllt. Stahlseifen wurde bis zum 31. Januar 1935 betrieben und dann der Grubenbetrieb eingestellt.
Insgesamt wurden auf Stahlseifen und Heinrichsglück 1,452 Mio. t Eisenerz gefördert.

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Heinrichsglück historisch

Kopie eines Verhandlungprotokolls über die Betriebseinschränkung der Grube 1934. Im Folgejahr wurde der Betrieb dann vollständig eingestellt.

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Abb.X: Firmenvisitenkarte der Firma “Heinrichsglück“ aus den 30iger Jahren
Heinrichsglück historisch

1937 wurde des Grubengelände vom Neunkirchener Fabrikanten Karl Roth erworben und hier die Firma „Heinrichsglück Fabriken für Eisen- und Metallverarbeitung“ gegründet.

Es wurden die Reste der alten Schachtanlagen abgerissen und verschrottet, die Betriebsgebäude umgebaut und durch Hallenneubauten erweitert.

Während des 2. Weltkriegs waren in 3 sogenannten „Reichsarbeitsdienstbaracken“ polnische und russische Kriegsgefangene untergebracht, die in der Produktion zum Arbeitsdienst eingesetzt wurden. Die Firma produzierte während des Krieges vorwiegend Eisen- und Metallkonstruktionen sowie Materialien und Maschinenteile für die Rüstungsindustrie.

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Abb.XI: Firmengelände um 1954
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Das Gelände blieb von Kriegsschäden verschont, die Firma Heinrichsglück musste aber nach 1945 einen Teil der Maschinen und Geräte als Reparationen abgeben.

In den Wirtschaftswunderjahren der 50iger und 60iger expandierte dann die Firma. Zum erfolgreichsten Produkt entwickelten sich die Schweißdrehtische der Marke „Heinrichsglück“.

Weitere Produktionshallen wurden errichtet und das Betriebsgelände erweitert. Ende der 60iger Jahre waren stellenweise bis zu 140 Personen bei der Firma „Heinrichsglück Fabrik für Eisen- und Metallverarbeitung beschäftigt.

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Abb.XII: Luftbild 1954
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In den 70iger Jahren wurden neue Produkte entwickelt, das Angebotsspektrum des Unternehmens erweitert und versucht verstärkt internationale Kunden zu gewinnen.

Steigende Konkurrenz und nicht optimale Produktionsbedingungen führten allerdings immer wieder zu Umsatz- und Ertragseinbußen.

Aufgrund sich verschlechternder Geschäfte musste 1980 dann der Geschäftsbetrieb der Maschinenfabrik endgültig eingestellt werden, Maschinen und Produktionsanlagen wurden verwertet und das Gelände verkauft.

Luftbild 1985
Abb.XIII: Luftbild 1985
Heinrichsglück historisch

1983 wurde das Gelände von A&R Schäfer erworben, in den Folgejahren Zug um Zug renoviert und wird seitdem als vermietetes Gewerbegebiet genutzt.

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Flammen auf Heinrichsglück
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20.Mai 2000: Büroräume und Lagerhalle wurden Raub der Flammen Beim Brand auf dem Heinrichsglück wurden mehrere Büroräume und eine angrenzende Lagerhalle vernichtet. Zunächst waren die Einsatzkräfte des Löschzuges Salchendorf an der Brandstelle. Sehr bald war jedoch klar, dass weitere Einsatzkräfte erforderlich waren. So wurden dann Zug um Zug die anderen Löschzüge der Feuerwehr Neunkirchen alarmiert. Auch wurden noch Löschmannschaften aus Wilnsdorf und Wilden hinzugezogen. Schwierig war es, durch die kompakte Dacheindeckung an den eigentlichen Brand-herd heranzukommen. Nach stundenlangem Einsatz entschloss sich die Einsatzleitung, einen Bagger einzusetzen. Dieser riss die Dachkonstruktion herunter so dass die letzten Glutnester abgelöscht werden konnten.

Luftbild 2015
Abb.XIV: Luftbild 2015
Heinrichsglück historisch

Heute haben mehr als ein Dutzend Firmen ihren Sitz in auf dem ehemaligen Zechengelände Heinrichsglück – dem Gewerbegebiet im Grünen.

Quellen:
  • Wikipedia
  • Alfred Henrichs: Aus Salchendorfs Vergangenheit, Druckerei Braun, Neunkirchen 1966
  • Gerhard Schäfer: Die Talbahn im freien Grund, EK Verlag 1998
  • Hellerthaler Zeitung
  • 700 Jahre Salchendorf, Hrsg. Heimatverein Salchendorf